Kommentar | 07.08.2017

Neues Wirtschaftswunder

Sich inhaltlich mit der ZDF-Sendung gleichen Titels auseinanderzusetzen, ist verschwendete Zeit. Eine Auseinandersetzung aber lohnt trotzdem, weil die Sendung eindrucksvoll vorführt, wie man effektiv neoliberale Propaganda betreibt.

«Deutschland im Jahr 2017, die Wirtschaft boomt wie lange nicht.»

Mit der Verkündung dieser „Tatsache“ eröffnet die von Spiegel-TV produzierte Sendung für das ZDF. Mit dem Begriff des „Wirtschaftswunders“ wird offensichtlich auf den enormen wirtschaftlichen Aufschwung der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Bezug genommen und signalisiert, dass in der Sendung über vergleichbar Wundersames berichtet werden wird.

Wir wissen natürlich alle, dass dieses „Wunder“ in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nur als ein solches erschien. In Wirklichkeit aber der großartigen Politik eines wirklich großen Politikers zu verdanken ist: Ludwig Erhard heißt die Lichtgestalt.

Diesen deutschen Glauben teilt wohl selbst Sahra Wagenknecht, da sie den Anspruch erhebt, Ludwig Erhard „zu Ende denken zu wollen“ (hier). Wenig verwunderlich, dass sie in ihrem Buch „Reichtum ohne Gier“ das Hohelied auf die Soziale Marktwirtschaft singt, die sich nach ihrer Meinung durch „Freiheit, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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