EU | 29.08.2017 (editiert am 04.09.2017)

Personenfreizügigkeit

Emmanuel Macron will eine Reform der EU-Entsenderichtlinie, um gegen Lohndumping vorzugehen. Dana Rumanescu könnte dazu viel sagen.

Die Rumänin Dana Rumanescu, 42, ist eine von rund 60.000 Osteuropäerinnen, die im Rahmen der EU-Personenfreizügigkeit in Österreich arbeiten. Dana wohnt in Barlad nahe der Grenze zu Moldawien und ist eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, Ariane, Lana und Sam – sieben, elf und 13 Jahre alt. Doch 16 Tage im Monat ist sie nicht bei ihnen. Dann umsorgt sie Joseph, einen bettlägerigen alten Mann im 1300 Kilometer entfernten Wien. Die An- und Rückreise in einem Sammeltransport dauert fast 24 Stunden.

Josephs Familie zahlt der Agentur, die Dana vermittelt, 2300 Euro, diese bekommt davon 900 Euro vom Fahrer auf die Hand, den Rest teilen sich Vermittler und Transporteur. Zusätzlich erhält Dana Familienbeihilfe von der Republik Österreich, 120 Euro für Arian und je 139 Euro für Lana und Sam, insgesamt 398 Euro. Dazu kommen noch je 58,40 Euro Kinderabsetzbetrag. Insgesamt erhält Dana 573 Euro vom österreichischen Sozialstaat, der somit rund 40% ihres Lohnes übernimmt.

Stephan Schulmeister vom Wifo in Wien hat anhand dieses Beispiels die Frage diskutiert, ob es gerechtfertigt sei, die staatlichen Zuwendungen für Kinder den tieferen Lebenshaltungskosten in ihrer Heimat anzupassen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden