Eurozone | 08.08.2017 (editiert am 09.08.2017)

Vom Nutzen strukturell-institutioneller Erklärungen

Auch wenn die Öffentlichkeit in Deutschland es kaum mehr wahrnimmt, ist die Eurokrise noch lange nicht überwunden. Angesichts der Hartnäckigkeit der Krise ist die Bestimmung ihrer Ursachen nach wie vor von großer Brisanz.

Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ist nicht nur in Griechenland, sondern auch in Ländern wie Italien und Spanien mit etwa 40% nach wie vor unerträglich hoch. Hier droht eine verlorene Generation heranzuwachsen. Die Zustimmung zur Europäischen Union ist außerhalb Deutschlands weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, auch wenn die unrühmlichen Beispiele von Brexit und Trump etwas zur Stabilisierung der Union beigetragen haben.

Über die ökonomischen Ursachen der Eurokrise hat sich in den vergangenen Wochen auf Makroskop eine Kontroverse abgezeichnet. Auf der einen Seite steht eine Artikelserie von Fritz Scharpf (hier, hier, hier und hier), die sich kritisch mit der Strategie einer „erzwungen strukturellen Konvergenz“ zur Überwindung der Eurokrise beschäftigt, auf der anderen Seite stehen einige Stellungnahmen von Heiner Flassbeck (hier und hier), der Scharpfs Interpretation ablehnt und stattdessen die Entstehung der Eurokrise auf ein Versagen der deutschen Wirtschaftspolitik zurück führt.

Die Kontroverse zwischen Flassbeck und Scharpf ist recht typisch für die unterschiedliche Wahrnehmung von vielen Wirtschaftswissenschaftlern einerseits und Politikwissenschaftlern und Soziologen andererseits. [...]

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