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Kommentar | 29.09.2017 (editiert am 13.07.2018)

Alarmstufe Rot

Viele, die bei der AfD ihr Kreuzchen gemacht haben, sind Teil einer im Entstehen begriffenen Klasse, die das Pendant zu den erfolgreichen Globalisten ist. Bis auf Schmähungen hat Die Linke zurzeit keine Antwort darauf.

Man könnte mit der Feststellung beginnen, dass wir Zeuge eines Kulturkampfes sind. Ein Kampf, der viel mit Belehrung, Ignoranz, Standesdünkel und Gegensätzen zu tun hat. Ein Kampf, der auch die sozialen Risse des Landes vertieft. Ein Kampf, der letztlich Ausdruck einer gespaltenen Gesellschaft ist. Und mittendrin – nun auch im Parlament – die AfD.

In hysterischer Schnappatmung und aufgebrachter Selbstgerechtigkeit fragen sich nach der Bundestagswahl linksliberale Deutungseliten und gut betuchte Hobbypolitologen in den Medien und sozialen Netzwerken, wie es nur so weit kommen konnte. Menschen, die sich sonst um Politik einen feuchten Kehricht scheren, fühlen sich seit Monaten dazu berufen, ihrem digitalen Profil durch Anti-AfD-Posts den Anstrich von Zivilcourage zu geben. Gegen die AfD zu twittern, vor Parteitagen zu demonstrieren, AfD-Politiker tätlich anzugreifen oder mit Trillerpfeifen AfD-Wahlkampfhelfer zu verjagen, das war bis zum 24. September oberste Staatsbürgerpflicht wackerer Demokraten und geradezu „in“.

Ja, es ist schön, wenn man plötzlich wieder mitreden kann, weil es klare Feindbilder gibt. Ganz egal ob nun Flüchtlinge und Migranten auf der einen – oder eben die AfD und ihre Wählerschaft auf der anderen Seite. [...]

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