Eurozone | 25.09.2017 (editiert am 02.10.2017)

Das Frankreich des «neuen Menschen»

Es mutet schon fast gespenstisch an – Frankreich wird „endlich“ reformiert. Doch es gibt praktisch keine Diskussion darüber, ob und wem die Reformen nützen – und vor allem, wem sie schaden.

Ja, es gibt vereinzelte kritische Stimmen. In „Alternatives Economique“ etwa konnte man in einem Dossier zur Frage „Faut il copier l’Allemagne?“ (Kann man von Deutschland lernen?) nachlesen, dass Deutschlands optisch tiefe Arbeitslosenquote mit einem starken Anstieg der prekären Jobs erkauft worden ist. Und die „Liberation“ rechnete vor, dass die Hälfte aller geplanten Steuererleichterungen den reichsten 10 Prozent zugute kommt und präsentierte eine Studie, wonach Unternehmen, in denen Gewerkschaften nichts zu sagen haben, weniger effizient produzieren.

Doch insgesamt bleibt nach drei Wochen Aufenthalt in Frankreich ein deprimierender Eindruck zurück: Die Grande Nation wird umgekrempelt, doch eine Diskussion darüber findet nicht statt oder beschränkt sich auf Äußerlichkeiten, wie etwa die Frage, wer wo mit wem demonstriert und wie groß die Zahl der Teilnehmer wirklich war. Mit „politique politicienne“ lassen sich die Spalten leichter füllen, als mit seriöser Recherche.

Eines ist klar: Macron hat die maßgeblichen Medien hinter sich. Sie sprechen nach, was der Meister vordenkt. Typisch dafür ist etwa der Frontseiten-Kommentar des Figaro vom 12. [...]

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