Konjunktur | 12.09.2017 (editiert am 17.10.2017)

Die deutsche Konjunktur im Sommer 2017 – 1

Wo ist der „rauschende Aufschwung“, der derzeit im deutschen Wahlkampf jeden Tag von fast allen Parteien beschworen wird?

Im Juli hat sich die deutsche Konjunktur wieder leicht abgeschwächt. Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe sank leicht (Abbildung 1). Dabei ging der Auftragseingang aus dem Inland zurück, während aus dem Ausland ebenso viele Order eingingen wie im Vormonat. Das ist noch keine deutliche Abschwächung der Belebung, die gegen ende 2016 eingesetzt hatte, aber es zeigt doch, dass es keine stabile Aufwärtsentwicklung ist, so dass auch jederzeit größere Rückschläge möglich sind.

Abbildung 1

 Unterteilt man die Auftragseingänge in Eurozone und restliches Ausland (Abbildung 2), zeigt sich, dass im Juli insbesondere die Eurozone eingeknickt ist. Das ist aber die entscheidende Quelle für die deutsche Aufwärtsentwicklung der vergangenen Monate. Der Auftragseingang aus dem Rest der Welt ist seit Monaten trotz der zeitweiligen Abwertung des Euro wenig dynamisch. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Aufwertung des Euro in diesem Jahr, die sich immerhin auf fast fünfzehn Prozent gegenüber dem US-Dollar beläuft, auswirken wird. In der Eurozone spricht angesichts der schwachen Einkommensentwicklung (wie hier gezeigt) wenig für eine anhaltende Dynamik der Konjunktur, [...]

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