Theorie | 08.09.2017

Es gibt nur einen Kapitalismus

Es sind gerade die strukturellen Eigenschaften des einen Kapitalismus, die die Krise der Eurozone als Folge einer verfehlten Wirtschaftspolitik erklären.

Die auf Makroskop entbrannte Diskussion über eine adäquate Erklärung der Eurokrise, lässt sich auf zwei alternative Thesen zuspitzen:

  1. Sie ist Folge einer verfehlten Wirtschaftspolitik, insbesondere der Lohndumpingstrategie Deutschlands.
  2. Sie ist Folge davon, dass Kapitalismen mit unterschiedlichen Wachstumsregimen in eine Währungsunion zusammen gespannt wurden.

Während ich in dieser Auseinandersetzung These (1) vertrete, bin ich keineswegs der Meinung, dass die Erklärung sozialwissenschaftlicher Phänomene ausschließlich auf die Entscheidungen von Handlungssubjekten rekurrieren muss. Ganz im Gegenteil bin ich der Überzeugung, dass die Annahme der Existenz sozialer Systeme, die kausale Potenz haben, gerechtfertigt ist. Ich stimme daher der folgenden Meinung Martin Höpners uneingeschränkt zu:

„Entscheidungen zwischen Handlungsalternativen fallen nicht im luftleeren Raum, sondern stets im Kontext historisch geerbter struktureller Gegebenheiten, die Verhalten zwar nicht vollständig determinieren, die Entscheidungsfindung aber vorstrukturieren.“ (hier)

Darüber hinaus stimme ich mit der impliziten Behauptung von Vertretern von These (2) überein, dass der „Kapitalismus“ ein soziales System ist, das man von anderen sozialen Systemen unterscheiden kann. Konsens besteht auch darüber, dass die essentiellen Charakteristika dieses Systems dazu führen, [...]

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