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Finanzsystem | 19.09.2017 (editiert am 21.09.2017)

Globalisierung, Finanzmärkte und Lohnentwicklung – 2

Mit der Ölpreiskrise begann nicht nur der Konsens einer an der Produktivität orientierten Lohnpolitik zu bröckeln. Damit einher ging auch eine von Hyman Minsky prognostizierte finanzielle Instabilität.

Bereits in den 1970er Jahren begann Hyman Minsky von finanziellen Unruhen in den USA zu sprechen, die vergleichbar mit der Instabilität der Vorkriegszeit seien (vgl. Minsky 1975, 1981, 1990 oder Whalen 2017).

Minsky’s Theorie der finanziellen Instabilität erhielt nach der Finanzkrise 2008 posthum viel Beifall. Er gehörte zu den keynesianisch geprägten Ökonomen, die der Auffassung waren, man habe bei der Standard-Interpretation von Keynes‘ General Theory wesentliche Teile übersehen oder fehlinterpretiert. Der wesentliche Beitrag Keynes sei ihm zu Folge die theoretische Fundierung eines Kapitalismus, der auf hochentwickelten Finanzinstitutionen basiert. Diese Form des Kapitalismus sei in sich instabil und müsse regelmäßig zu Krisen führen.

Grund hierfür ist die immer stärker werdende Spekulationsbereitschaft von Investoren in Phasen, die von einem stabilen Wachstum geprägt sind. Es ist diese temporäre Stabilität, die zur Instabilität führt.

Gehen wir dafür zunächst von einer gesunden Verbindlichkeitsstruktur aus (Hedge Finance). Wenn die Vorstandsetagen der Aktienunternehmen realisieren, dass gerade die Unternehmen mit einem höheren Verschuldungsgrad auch eine höhere Rendite aufweisen (bezogen auf das Eigenkapital), verändert sich flächendeckend die Risikobereitschaft und mit ihr die Verbindlichkeitsstruktur. [...]

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