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Finanzsystem | 25.09.2017 (editiert am 02.10.2017)

Globalisierung, Finanzmärkte und Lohnentwicklung – 3

Die SPD hat in Deutschland die Arbeitsmärkte flexibilisiert und die Finanzmärkte liberalisiert. Viele mögen dies als positiv empfinden, weil Finanzmärkte irgendwie hip sind oder Flexibilisierung moderner klingt als Regulierung. Letztlich ist das aber gar nicht modern , sondern sehr altbacken.

Einige Leser werden sich daran erinnern können, wie im Deutschland der 90er Jahre das begann, was man heute Finanzialisierung nennt. Die Einführung der Telekom-Aktie in Folge der Privatisierung des staatlichen Telekommunikationsunternehmens 1996 war ein solcher Schritt – und er zog viel Aufmerksamkeit auf sich.

Einige Jahre später erzählte mir ein damaliger Studienkollege, wie schockiert er war, dass eine ältere Dame am Bankschalter neben ihm das Papier kaufen wollte, für das „der nette Manfred Krug“ werben würde. Nachdem die Aktie im New Economy-Boom mehr als das Siebenfache wert war als zu ihrem Börsengang, fiel sie innerhalb weniger Jahre unter ihren Ausgabewert. Krug selbst bezeichnete den Werbespot als seinen größten beruflichen Fehler. Dennoch wird uns in jeder 2. Talkshow gesagt, dass wir Deutschen dringend mehr in Aktien investieren sollten.

Die politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte haben den Finanzsektor so stark und bedeutend gemacht, dass dieser nun die Realwirtschaft dominiert. Ein beliebtes Beispiel, welches die zunehmende Bedeutung finanzieller Transaktionen auf den Punkt bringt, [...]

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