Arbeit | 06.09.2017 (editiert am 08.09.2017)

Innovationsforschung hat ein rechtsliberales Image

Schaden Strukturreformen der Innovation? Ja, denn sie zerstören deren Voraussetzungen, meint der Ökonom und Schumpeterianer Alfred Kleinknecht.

Alfred Kleinknecht ist emeritierter Professor für Ökonomie der TU Delft, war Gastprofessor an der Università La Sapienza in Rom und an der Université Panthéon Sorbonne in Paris. Schwerpunkt seiner Arbeiten sind die Dynamik und die Voraussetzungen von Innovationen. Das Gespräch führte unser Autor Christoph Stein.

Herr Professor Kleinknecht, eine Grundthese Ihrer Forschungen wird im Titel einer Ihrer Aufsätze deutlich: „Schaden Strukturreformen des Arbeitsmarkts der Innova­tion?“ Warum schaden sie der Innovation? Und wie müsste ein Arbeitsmarkt strukturiert sein, damit er die Innovation antreibt?

Ich will die Frage in drei Teile aufteilen:

Warum ist gerade die Arbeitsverfassung für die Innovation wichtig?

Es gibt eine Reihe von Argumenten aus Nachbardisziplinen, wie etwa der Arbeits- und Organisa­tions­psychologie, dass Institutionen des Arbeitsmarktes wichtig sind für technologische Lern­pro­zesse und die Akkumulation von Wissen. Leider haben die Neoklassiker das Talent, solche Kenntnisse zu ignorieren. Und bei den Keynesianern ist es nicht viel besser.

In vielen Industrien werden die Innovationskompetenzen eines Unternehmens nicht nur durch die heutige Forschung und Entwicklung bestimmt, [...]

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