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Amerika | 20.10.2017 (editiert am 08.02.2019)

44 Bällchen Eis in Mérida

Seit 2012 wütet in Venezuela eine Wirtschaftskrise. Die Hyperinflation entwertet die Währung im Zeitraffer. Können wiederholte Erhöhungen des Mindestlohns den Sturz der Kaufkraft stoppen?

Mit sofortiger Wirkung ist der Mindestlohn um 40 % erhöht. Bei solch einem Beschluss würde jeder Arbeitnehmer im von Deflation bedrohten Europa eine wilde Party schmeißen. Erst recht, wenn man sich auf weitere Erhöhungen noch im selben Jahr freuen könnte.

Leider nur kam diese Verordnung vom 7. September 2017 nicht von Macron oder Merkel, sondern vom venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Das entsprechende Monatsgehalt im südamerikanischen Karibikstaat steht jetzt bei 325.544 Bolivars (Bs). Allein dieses Jahr ließ Maduro den Mindestlohn bereits fünfmal erhöhen.

Doch in Venezuela wütet die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit der regelmäßigen Erfassung der Wirtschaftsdaten – durchaus vergleichbar der Krise in Griechenland. Das wirft die Frage auf, ob die wiederholten Erhöhungen des Mindestlohnes dazu beitragen, die Auswirkungen der Krise auf die Arbeiter zu lindern oder nur, um die Inflation auszugleichen. Denn der Lohn muss reichen, um zu überleben.

Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass – trotz der wiederholten Erhöhungen in der Amtszeit Maduros – die Kaufkraft des Mindestlohns stark gesunken ist. Um das zu überprüfen, [...]

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