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Soziales | 27.10.2017 (editiert am 15.11.2017)

Der Preis pro Fall

Unbemerkt von der Öffentlichkeit werden in der Jugendhilfe Reformen umgesetzt oder vorbereitet. Das Ziel: angeblich bessere Leistungen bei Ausgabensenkung. Eine Chronik im Dickicht von Fallsteuerung, Angebotssteuerung und Hilfeplanung.

Sozialabbau in Deutschland – meist wird er in einem Atemzug mit Hartz IV, Renten- oder Leistungskürzungen in der Krankenversicherung genannt. Auch die im Zuge der Agenda 2010 massiv zusammengestrichene Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit und die untragbaren Zustände in der Pflege tauchen immer wieder in der öffentlichen Debatte auf.

Andere Bereiche des Sozialwesens liegen im Dunkel der Berichterstattung. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit werden in der Jugendhilfe Reformen umgesetzt oder vorbereitet. Ziel: Unter dem Deckmantel der angeblichen Verbesserung von Leistungen Ausgaben zu senken oder zu begrenzen – auf Deutsch: Abbau von Leistungen.

Um Ausgaben in der Jugend- oder Eingliederungshilfe zu senken, gibt es zwei wesentliche Ansatzpunkte. Entweder wird versucht, die Zahl der Personen, die soziale Leistungen erhalten, zu verringern oder deren Umfang zu verkleinern. Im Fachjargon heißt das ‚Fallsteuerung‘. Der zweite Ansatzpunkt soll die Kosten für die ausführenden Dienste der freien Wohlfahrtspflege und privaten Anbieter – das heißt den auszuhandelnden ‚Preis pro Fall‘ – senken. Nett verpackt in ‚Angebots- oder Finanzsteuerung‘. [...]

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