Theorie | 05.10.2017 (editiert am 06.10.2017)

Die Essenz des Kapitalismus

Ein modernes Verständnis von Kapitalismus beinhaltet mehr als die starre Fokussierung auf Märkte und Privateigentum. Evolutionäre, gesellschaftliche und institutionelle Entwicklungen sind für eine Konzeptualisierung unerlässlich.

Was versteht man eigentlich unter Kapitalismus? Es scheint prima facie ein Begriff zu sein, der im Alltag so oft und geläufig verwendet wird, dass ein abstraktes Verständnis dessen, was den Kapitalismus ausmacht, völlig ausreichend zu sein scheint.

Eine ähnliche Einstellung hat Paul Steinhardt (2015) auch in Bezug auf die Marktwirtschaft festgestellt, da

„der häufige Gebrauch des Begriffs, der Verweis auf die Arbeiten der Ökonomen und das Fehlen von Versuchen einer expliziten Begriffsbestimmung (…) den Eindruck eines gewissen Konsenses über den Inhalt des Marktbegriffs [erwecken]” (S. 14).

Doch wie im Falle der Marktwirtschaft, ist es unerlässlich, sich mit der Konzeption des Kapitalismus auseinanderzusetzen, um genau zu verstehen, über was wir da eigentlich so häufig diskutieren.

Dazu möchte ich in diesem Artikel Geoffrey Hodgsons Konzeptualisierung des Kapitalismus vorstellen[1] und durch Erkenntnisse aus Steinhardts Buch „Was ist eigentlich eine Marktwirtschaft?“ (2015) ergänzen.

Historische Einordnung

Sowohl Steinhardt als auch Hodgson analysieren den Kapitalismus auf ontologischer Grundlage von seinen institutionellen Ursprüngen aus. [...]

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