Weltwirtschaft | 09.10.2017 (editiert am 11.10.2017)

Die Trump(f)karte der protektionistischen Katastrophe

Donald Trumps Vision einer neuen amerikanischen Hegemonie ist eine Bedrohung. Aber nicht, weil er sich gegen die Handelsliberalisierung stellt.

Von den vielen Gründen, die dafür sprechen, Donald Trumps Präsidentschaft zu fürchten, nimmt „Protektionismus“ allzu oft eine Spitzenposition in den Listen der Mainstream-Medien ein. So zitierte The Independent den Manager eines großen Bergbau-Konsortiums, der vor „globalen Traumata“ warnt, solle der neue Präsident sein Versprechen wahr machen und Zölle einführen.

Andere Kommentatoren scheinen die protektionistische Angst zu teilen. Jonathan Freedland vom Guardian erklärte seinen Lesern, dass die Behauptung Trumps, die Abschottung der Wirtschaft führe zu großem Wohlstand und Stärke, „im Widerspruch zu der historischen Erfahrung ist. Die besagt, dass Protektionismus zu Krisen und Weltkriegen führt“.

Die große Illusion

Angesichts der Schwere dieser Warnungen gilt es, deren Berechtigung genauer zu prüfen. Die analytische Grundlage für die „Protektionismus führt zu Krieg und Verderben“-These stammt aus dem 1910 erschienenen Buch Die große Illusion von Norman Angell. Kriegsführung, so Angell, habe noch nie etwas gewonnen („die große Illusion“), weil Reichtum aus dem Handel zwischen den Ländern kommt, nicht durch Eroberung des Territoriums.

Angells Buch und seine Hypothese litten jedoch unter einem unglücklichen Timing. [...]

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