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Genial daneben | 05.10.2017

Institute entdecken das Sparen der Unternehmen – und doch wieder nicht

Die Wirtschaftsforschungsinstitute zeigen erneut ihre ideologische Schlagseite. Sie sprechen zwar endlich über das Sparen der Unternehmen, drücken sich aber vor den Konsequenzen. Das wäre die Chance der SPD.

Wenn sie einmal einen Beleg dafür haben wollen, wie wichtig (und richtig) die Arbeit von Makroskop ist, dann sollten Sie in die neue Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsinstitute schauen.

In ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung haben sich die Institute nämlich (ab Seite 65) mit dem Schwerpunktthema „Finanzierungsüberschüsse der Unternehmen“ befasst. Ob sie das aus eigenem Antrieb getan haben oder dazu vom Bundeswirtschaftsminister beauftragt wurden, will ich einmal dahingestellt sein lassen. Die Tatsache, dass sich nach dem Sachverständigenrat im vergangenen Jahr (hier eine Kritik meinerseits daran) nun auch die Institute des Themas annehmen, zeigt, dass wir relevante und neue Themen benennen, die auf längere Sicht auch der Mainstream nicht ignorieren kann.

Was die Institute abliefern, ist allerdings nur eine Fleißarbeit. In dieser räsonieren sie darüber, was zu der Anomalie der Unternehmensersparnisse geführt haben könnte und in welche Komponenten man statistisch den Sparsaldo der Unternehmen zerlegen kann. Ihr Versuch etwa, die Direktinvestitionen der Unternehmen für die Sparüberschüsse verantwortlich zu machen, geht gründlich schief, denn da ist in den letzten Jahren nicht viel passiert. [...]

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