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Theorie | 13.10.2017 (editiert am 16.10.2017)

Warum der Kapitalismus den Staat braucht

Alle Institutionen, die den Kapitalismus erst möglich machen, bedürfen zur Etablierung und ihrer Aufrechterhaltung des Staates. Ein Exkurs über die Vorteile von Geoffrey Hodgsons und Paul Steinhardts Institutionenökonomik.

Was für jeden Libertären und Revoluzzer schwer zu ertragen ist: Menschen haben die Tendenz, sich Autoritäten zu unterwerfen und Regeln zu befolgen. Evolutionstheoretisch gesehen ist dieses Phänomen weniger durch kulturelle Gegebenheiten oder Zwänge determiniert, sondern unterlag einem vernunftgeleiteten Kalkül. Es steigerte die Überlebenschancen.

Hinzu kommt das Bewusstsein von Moral und Gerechtigkeit, das sich im Laufe des Zivilisationsprozesses entwickelte. Dieses Bewusstsein impliziert das Verlangen, diejenigen zu bestrafen, die sich nicht an gesellschaftliche Konventionen und Normen halten.

Aus dieser Entwicklung individueller Motive und gesellschaftlicher Institutionen leitet Geoffrey Hodgson wichtige Implikationen für seine Kapitalismusdefinition ab, in deren Zentrum der Staat und das Recht steht. Der große Vorteil einer solchen Perspektive ist die hohe konzeptionelle Präzision, mit der man sich dem Kapitalismus nähern kann.

Viele der zentralen kapitalistischen Institutionen zu ihrer Etablierung und Aufrechterhaltung – so z.B. Verträge oder Märkte – hängen vom zugrunde liegenden Rechtssystem ab, das wiederum von staatlichen Institutionen bereitgestellt wird. Eine Debatte auf rechtlicher Basis vereinfacht auf diese Weise die Diskussion und verhindert einen inflationären Gebrauch solcher Konzepte. [...]

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