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Arbeit | 13.10.2017 (editiert am 16.10.2017)

Weit mehr als nur der Feuerlöscher

Wenn überhaupt, wird der Staat heute darauf reduziert, gute Rahmenbedingungen zu schaffen und in einer Krise das Feuer zu löschen. In Wirklichkeit sind seine Handlungen weit darüber hinaus für das Funktionieren einer Marktwirtschaft – insbesondere des Arbeitsmarkts – von zentraler Bedeutung.

Wer in den Arbeitsmarkt eingreift, vernichtet Arbeitsplätze. Das ist eine leider oft pauschal verwendete Behauptung. Sie gründet auf der genauso verbreiteten Annahme, dass der Arbeitsmarkt etwas Eigenständiges, vom Staat Getrenntes, sei.

Mit der Realität hat das wenig zu tun. Tatsächlich werden die Verhandlungsmächte Arbeitgeber und Arbeitnehmer signifikant von der Wirtschaftspolitik mitbestimmt. Die Agenda 2010 beispielsweise hat Druck auf die Löhne ausgeübt.

Arbeitsmarkt und Produktivität

Auf Makroskop wird immer wieder betont, dass Löhne nicht nur als Kostenfaktor der Unternehmen gesehen werden können (siehe zum Beispiel hier). Löhne stellen auch die wichtigste Einkommensquelle dar und sind somit essentiell für die volkswirtschaftliche Nachfrage. Ceteris paribus kann ein Unternehmen seine Profite erhöhen, in dem es Löhne kürzt. Wenn das jedoch mehrere Unternehmen im Land gleichzeitig tun, sinkt auch die Gesamtnachfrage und somit das Gesamteinkommen der Unternehmen.

Um die Nachfrageseite der Wirtschaft nicht abzuwürgen, sollte die Politik deshalb dafür sorgen, [...]

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