By Bundesarchiv, Bild 102-12023 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link
Finanzsystem | 25.10.2017

Warum sich Banken refinanzieren müssen?

Wenn sich Banken gegenseitig Kredit geben können, für was braucht es dann noch Zentralbankgeld (und eine Zentralbank)? Die Antwort hat mit der Wirtschaftsgeschichte und dem Wettbewerb zu tun.

Wie in Fachkreisen inzwischen weithin anerkannt, schöpfen Banken im Verlauf der Kreditvergabe neue Einlagen – und damit, je nach Gelddefinition, auch neues Geld. Das berühmte „Geld aus dem Nichts“ (das Phänomen wurde auf Makroskop auch schon von Günther Grunert und Paul Steinhardt beschrieben). Den letzten Skeptikern sei der Hinweis gegolten, dass dies – neben diversen Zentralbanken und Akademikern – zuletzt die Freie Gemeinschaftsbank aus Basel in ihrer eigenen Dokumentation bestätigt hat.

Wenn also die Banken für die Kreditschöpfung gar kein Zentralbankgeld brauchen, also weder Einlagen bei der EZB noch Bargeld, warum müssen sie dann überhaupt ihre Kredite mit Zentralbankgeld „finanzieren“? So lautet die Frage eines Lesers.

Bevor ich darauf antworte, möchte ich die Frage kurz anpassen. Der in ihr verwendete Begriff des „Finanzierens“ ist äußerst undeutlich und wird häufig fragwürdig verwendet. Wenn ich im Supermarkt einkaufe, bezahle ich eventuell mit Bargeld oder mit Karte (meiner Bank). Im ersten Fall „finanzieren“ meine Scheine und Münzen den Einkauf, im letzteren mein Giralgeldguthaben. [...]

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