Theorie | 24.10.2017 (editiert am 12.12.2017)

Wie Arbeitslosigkeit in die Geschichtsbücher verbannt werden kann

Unfreiwillige Arbeitslosigkeit führt in einer Volkswirtschaft zu erheblichen Wohlstandsverlusten. Dieses Marktversagen kann nur ein Wirtschaftssektor lösen – der Staat als debitor of last resort.

Arbeitslosigkeit könnte ein fernes Phänomen von gestern sein. Könnte. Wenn nicht die noch immer vorherrschende wirtschaftsfeindliche Ideologie des schlanken und sparenden Staates die Zusammenhänge ignorieren würde.

Da die ökonomische Lehrmeinung nicht in der Lage ist, eine Erklärung für unfreiwillige Arbeitslosigkeit zu liefern, sorgen die derzeit kursierenden Rezepte aus dem Giftschrank in vielen Ländern für beispiellos langanhaltende Phasen hoher Arbeitslosigkeit. Auch die Eurozone leidet seit nunmehr zehn Jahren unter anämischem Wachstum.

Dabei sind die gesamtwirtschaftlich relevanten Variablen, die zu einer Veränderung der Arbeitslosigkeit führen, nicht schwer zu verstehen. Im ersten Teil dieses Artikels habe ich sie in der folgenden Gleichung zusammengefasst:

∆ Arbeitslosigkeit = – ∆ öfftl. Neuverschuldung + ∆ Sparneigung der Haushalte + ∆ Sparneigung der Unternehmen – ∆ Handelsbilanz.

Doch wie kommt es zu diesen Zusammenhängen?

Passen die Sparwünsche nicht überein, sorgt Arbeitslosigkeit für Zwangsanpassung

Die unabhängigen Variablen der entwickelten Gleichung erinnern an den aus der Saldenmechanik bekannten Grundsatz, dass im Saldo die Finanzierungssalden der Haushalte, [...]

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