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Finanzsystem | 12.10.2017

„Win-win“ ist das Spiel der EZB

Kontrovers ist die experimentelle Geldpolitik, die seit der globalen Finanzkrise von den wichtigsten Zentralbanken der Welt betrieben wird. Vor allem, weil ihre internationale Koordinierung mangelhaft war, sind Gefahren nicht von der Hand zu weisen.

Zum Teil heftige Streitgespräche ranken sich um die Wirksamkeit der experimentellen Geldpolitik für Konjunktur und Inflation sowie ihrer möglichen negativen Nebeneffekte. Andere wiederum konzentrieren sich auf ihre internationale Dimension. Denn geldpolitische Maßnahmen der Federal Reserve, aber auch der EZB und Bank of Japan, haben immer auch eine internationale Ausstrahlung.

Sicher, die Gefahr negativer Nebeneffekte der experimentellen Geldpolitik ist nicht von der Hand zu weisen. Sehr niedrige Zinsen können zu Finanzmarktübertreibungen und -instabilität führen, zu exzessiver Risikobereitschaft, Preisblasen und neuen systemischen Verwundbarkeiten. Diese Risiken entstehen und nehmen mit der Dauer der sehr lockeren Geldpolitik zu.

Dies gilt zum Beispiel für Amerika. Hintergrund war der viel zu verfrühte Kurswechsel der Fiskalpolitik hin zur Sparpolitik in 2011. Die Gefahren werden auch besonders dadurch angeheizt, dass die Geldpolitik zu wirklich extremen Mitteln greift. Hierfür lieferte die EZB das beste Beispiel, die erst um viele Jahre verspätet, seit dem Sommer 2014, der Deflationsgefahr aufgeschreckt hinterhereilte. Dann allerdings mit dem extremsten Mittel überhaupt – negativen Zinsen. [...]

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