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Finanzsystem | 04.10.2017

Zentralbanker in der Liquiditätsfalle

Obwohl die EZB noch immer jeden Monat Wertpapiere am Markt kauft, rückt die Zukunft immer stärker ins Visier der Märkte. Denn irgendwann wird die EZB nicht mehr kaufen. Doch würden Finanzsystem und Wirtschaft der Belastungsprobe standhalten?

Bei der Geldpolitik des „Quantitative Easing“ (QE) handelt es sich im Grunde um eine „buying of last resort“ Variante des zentralbankpolitischen Rettungsgeschäfts: Die Zentralbank kauft ein, weil kein anderer willig und/oder fähig ist, in dem Maße Wertpapiere zu kaufen, um ein gewünscht niedriges Niveau der langfristigen Zinsen herzustellen.

Die Rettung seitens der Zentralbank betrifft hier weniger unmittelbar das Bankensystem oder spezifische Banken als vielmehr ihren makropolitischen Auftrag zur Gewährleistung der Preisstabilität und Konjunkturstabilisierung.

Als erste Zentralbank hatte die Bank of Japan im Jahr 2001 mit QE begonnen. Die Federal Reserve folgte dann zwischen Ende 2008 und Oktober 2014 in drei Runden. Auch die Bank of England setzte zwischen März 2009 und Mai 2017 mehrere QE-Runden ein. Die EZB dagegen betrat den QE-Ring erst stark verspätet.

Im Verbund mit ihrer Negativzinspolitik und Forward Guidance (ab Sommer 2014) wurde QE erst in 2015 als Element der EZB-Strategie zur Deflationsvermeidung und Konjunkturunterstützung aufgenommen (siehe hier und hier). [...]

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