Genial daneben | 07.11.2017

Andrea Nahles: MeToo – auch ich bin Neoklassiker

Wir hatten es schon immer vermutet: Das Unwissen erklärt viel mehr politische Handlungen als man glaubt. Jetzt distanziert sich Andrea Nahles von einem politisch gesetzten Mindestlohn. Dürfen Sozialdemokraten eigentlich nicht lernen?

Das ist wirklich toll! Die Frau, die vier Jahre für die Sozialdemokraten den Posten des Arbeitsministers besetzte und sich gerne mit der Einführung des Mindestlohnes als historische Leistung brüstet, zeigt jetzt – als Oppositionsführerin im Bundestag –, dass sie nie verstanden hat, was sie mit dieser Einführung getan hat. Noch schlimmer, sie betrachtet die Einführung offenbar genau deswegen als historische Leistung, weil sie überzeugt ist, damit fundamental gegen Marktgesetze verstoßen zu haben.

Auf den Vorstoß ihres eigentlich auf der rechten Seite spielenden Genossen Olaf Scholz in die linke Spielhälfte mit der Forderung, den Mindestlohn schrittweise auf 12 Euro zu erhöhen, antwortet die „Linke“ Nahles nämlich, wie es ein eingefleischter Neoklassiker aus dem Sachverständigenrat nicht besser gekonnt hätte. Sie sagte der Passauer Neuen Presse (hier):

„Von der politischen Anhebung des Mindestlohns bin ich nicht überzeugt. Wir haben die Anpassung des Mindestlohns in die Hände der Mindestlohnkommission und damit der Sozialpartner gegeben. Sie berücksichtigen insbesondere die Lohnentwicklung insgesamt. Das sollte auch so bleiben“.

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