Soziales | 08.11.2017

Das Paradies ist überall

Ein progressiver Verlauf der Einkommensteuer entspricht den Gerechtigkeitsvorstellungen vieler Menschen. Nicht erst seit den Paradise Papers sollte über einen in der öffentlichen Diskussion unterrepräsentierten Sachverhalt nachgedacht werden.

Per Steinbrück hat als Finanzminister einmal sinngemäß den Euphemismus verwendet: Besser 25 von X als nix. Steinbrück spielte auf das duale Steuersystem an, welches folgen sollte und in Deutschland seit dem 1. Januar 2009 Anwendung findet.

Der Gedanke beim dualen Steuersystem ist zumeist, dass Lohneinkommen progressiv und Kapitaleinkommen proportional besteuert wird. In Deutschland soll grundsätzlich das gesamte Kapitaleinkommen mit 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert werden. Kleinere Ausnahmen davon gibt es unter anderem durch den Freistellungsauftrag oder sofern der persönliche Steuersatz unter 25% liegt. Progressivität der Einkommensteuer dagegen kann durch den Anstieg des Durchschnittssteuersatzes bei jedem zusätzlich verdienten Euro definiert werden.

Die Illusion der Progression

Der amerikanische Investor Warren Buffet hat einmal darauf hingewiesen, dass seine Sekretärin mit einem höheren Durchschnittssteuersatz belastet ist als er selbst. Er bezieht sich bei dieser Aussage sogar auf sein zu versteuerndes Einkommen als Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer und nicht auf das, was er brutto verdient. Und auch wenn es verrückt klingen mag, ähnliche Geschichten lassen sich auch in anderen Ländern erzählen. [...]

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