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Theorie | 08.11.2017

Fiskalpolitik: Neue Einsichten beim Mainstream?

Die populäre Ansicht, dass Konjunkturprogramme unwirksam seien, muss als widerlegt gelten. Mit dieser Einsicht überraschte jüngst die SZ in Berufung auf eine neue Studie. Der Startschuss für ein neues Denken?

Bereits die Überschrift „Sparen? Bloß nicht!“ in der Süddeutschen Zeitung klingt für hiesige Verhältnisse geradezu revolutionär. Ebenso die Einleitung:

„Jahrzehntelang glaubten Ökonomen, dass Staatsausgaben auf Pump mehr schaden als nutzen, weil sie die Inflation anheizen und die Schuldenlast erhöhen. Diese Sicht ist überholt.“

Seit dem Ende der sozialliberalen Koalition im Herbst 1982 – so die Süddeutsche – spiele eine nachfrageorientierte Konjunkturpolitik in Deutschland keine Rolle mehr. Wenn man einmal von einer kurzen Phase nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise absehe, die 2008 begann.

Jetzt aber setze sich allmählich die Erkenntnis durch, dass sich „(e)ine Rezession […] sehr wirksam mit Konjunkturprogrammen abschwächen“ lasse. Auch Länder mit bereits bestehenden hohen Staatsschulden – also z.B. die Krisenländer des Euroraums – sollten im nächsten Abschwung nicht zaudern, sondern handeln, also mit aktiver Konjunkturpolitik gegensteuern.

Keine Rede mehr davon, dass staatliche Ausgabenprogramme in einer wirtschaftlichen Schwächephase schädlich seien, da sie nur Strohfeuer entfachten und zu einer höheren Verschuldung führten. Wie kommt es zu diesem Sinneswandel? [...]

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