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Theorie | 24.11.2017

Globaler Wettbewerb ohne Wettbewerber

Der verschärfte globale Wettbewerb erfordert angeblich Strukturreformen und Lohnzurückhaltung. Doch ein Blick auf die Entwicklung globaler Märkte zeigt, dass wir uns vom eigentlichen Wettbewerb immer mehr entfernen.

Joseph Schumpeters Kritik am Konzept des perfekten Wettbewerbs stellt so ziemlich alles auf den Kopf, was man heute über Wirtschaft zu wissen glaubt (siehe Teil 1 dieser Serie).

Schumpeters Häresie ist, dass der statische Zustand eines perfekten Wettbewerbs keinerlei Innovationen und wirtschaftliche Entwicklung zulässt. Die Länder, dessen Wirtschaftssysteme dem allgemeinen Gleichgewicht und perfekten Wettbewerb am nächsten kommen, sind die bettelarmen Länder aus der dritten Welt.

Wer sich also tatsächlich Gedanken um eine vernünftige wirtschaftspolitische Entwicklung machen will, der sollte sich von diesem Modell unbedingt trennen.

Von Schumpeter kann man lernen, dass imperfekter Wettbewerb und kurzzeitige Monopole, die durch eine neuartige Kombination der Produktionsfaktoren entstehen, die Entwicklung einer Volkswirtschaft bestimmen. Ein solch qualitativer Wettbewerb unterscheidet sich somit von einem preisgetriebenen Wettbewerb, denn in einer schumpeterianischen Welt verlieren die Unternehmen, die ständig bestehende Produktionsprozesse optimieren, anstatt selbst innovativ tätig zu werden. Schumpeter betont zudem, dass monopolistische bzw. oligopolistische Strukturen nicht von vornherein verteufelt werden sollten, sondern dahingehend analysiert werden müssten, ob potenziellen neuen Produzenten der Markteintritt verwehrt wird und ob neue Produktionsmethoden entstehen (in einer Welt, [...]

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