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Theorie | 03.11.2017

Goldstandard und Merkantilismus

David Humes Quantitätstheorie ist keineswegs so selbstevident, wie ihre Verteidiger oft meinen. Experimente mit dem Freihandel unter dem Goldstandard waren keine große Friedensära, sondern die Fortsetzung des Merkantilismus mit anderen Mitteln.

In der Ära der Kolonisierung war die vorherrschende Praxis der größten Staaten, Exporte billig und Importe teuer zu machen. Diese Praxis, die sich meist ad-hoc ergab und kaum theoretisch begründet wurde, nennt man heute Merkantilismus. Für die europäischen Mächte indes war diese Praxis von Vorteil: auf verschiedenen Wegen verdiente man an den Exporten mit und konnte sich so größere Heere und größere Prachtbauten leisten als der Nachbar.

Die Kehrseite war, dass teure Importe sowie die staatlich gesetzten Anreize, Waren lieber zu exportieren als sie im eigenen Land zu verkaufen, den Lebensstandard der Massen limitierte. Trösten konnte man sich nur mit dem Elend, das in den Ländern herrschte, die man (teils mit Gewalt) zur umgekehrten Politik zwang.

Die Theorie des Freihandels wurde ursprünglich als Kritik an dieser Praxis entworfen. Schon früh gab es aber auch Kritik am Freihandel selber: die bisher merkantilistisch agierenden Staaten fürchteten, selbst in die Position des ewigen Nettoimporteurs zu geraten. Die Proponenten des Freihandels mussten also einen plausiblen Mechanismus anbieten, [...]

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