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Aufgelesen | 14.11.2017 (editiert am 17.11.2017)

Mont Pèlerin Society – Vom Schneeball zur Lawine

Dass eine kleine, bis dato unbekannte Gesellschaft erstmals publikumswirksam zum Thema wird, ist der Verdienst der Satiresendung „Die Anstalt“. Über die Hintergründe des Siegeszugs einer Ideologie, die von einem Schweizer Berg in die Welt rollt.

Seine Verbannung wird am Fuße eines Berges in den Schweizer Alpen besiegelt. Auf dem Mont Pèlerin, im Belle-Epoque-Hotel du Parc, heute ein Komplex aus Luxuswohnungen, ruft im April 1947 ein gewisser Friedrich August von Hayek die nach dem Zweiten Weltkrieg verstreuten und marginalisierten neoklassischen Ökonomen und Liberalen zusammen. Die historische Gründung der Mont Pèlerin Society (MPS) soll den in Asche liegenden Liberalismus neu erfinden. Sie erfolgt ohne John Meynard Keynes.

Hayek weiß, was er will. Die MPS soll mehr sein als eine Diskursplattform für liberale Ökonomen. Sie soll eine Ideenschmiede werden. Im Fokus steht die Frage, wie der Liberalismus seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren ins Hintertreffen geraten konnte. In der vorgelagerten intellektuellen Auseinandersetzung sieht Hayek die zentrale Voraussetzung, um wieder auf die politische Weichenstellung Einfluss nehmen zu können.

«Und am wichtigsten ist, dass die Argumente, die die Freiheit untergraben haben, vorwiegend im intellektuellen Bereich liegen und wir diesen daher auch mit intellektuellen Argumenten entgegentreten müssen.»[1]

Gemeint sind die Argumente von Keynes. [...]

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