Editorial | 22.12.2017 (editiert am 29.12.2017)

Der sterbende Eisbär – oder worunter die Aufklärung leidet

Viele glauben, ein Bild sage mehr als tausend Worte und 140 Zeichen seien ein Diskurs. Videos und Kurznachrichten führen allzu oft dazu, die Vernunft auszuschalten. Flüchtige Eindrücke und emotional aufgeladene Bilder dürfen nicht zum wichtigsten Mittel der Kommunikation werden.

Weihnachten und den Jahreswechsel, liebe Leser, nutze ich bewusst dazu, einen Moment innezuhalten, das Jahr vorbeiziehen zu lassen und mich zu fragen, ob es wenigstens in diesem Jahr gelungen ist, die Dinge ein wenig in eine vernünftige Richtung zu bewegen. Immerhin hat sich Makroskop gut entwickelt und Ihr Zuspruch ist für uns der wichtigste Ansporn, in unseren Anstrengungen auch 2018 nicht nachzulassen.

Einiges ist sicher auch besser geworden in den Bereichen, in denen sich Makroskop engagiert. Europa ist wesentlich weniger dogmatisch in wirtschaftspolitischen Fragen als noch vor ein paar Jahren. Die EZB hat ihre aggressive Politik zur Stimulierung der Wirtschaft gegen massive Anwürfe aus Deutschland durchgehalten. Der Monetarismus, der ein wichtiger Baustein des Neoliberalismus war, ist vollkommen untergegangen, auch wenn er in der Form von Vollgeld oder bei der Begeisterung für Bitcoin immer mal wieder für Sekunden auftaucht.

Die globale Diskussion zum Freihandel verläuft heute differenzierter als zu Zeiten von TTIP, wo man dem Volk weismachen wollte, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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