Finanzsystem | 19.12.2017 (editiert am 20.12.2017)

Fernab der Realität: Das Geldsystem in der Neoklassik

Eisern hält die neoklassische Theorie an einem falschen Verständnis der Funktionsweise von Banken fest. Kein Wunder, rüttelt doch ein korrektes Verständnis an einer fest etablierten Glaubenslehre. Da ist es dann allemal besser, die Realität zu leugnen.

Wir werden häufig gefragt, warum sich das Bild von Banken als reine Finanzintermediäre, die Geld von Sparern an Kreditnehmer weiterreichten, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern sogar in der Wissenschaft so hartnäckig halte. Schließlich habe ja sogar die Deutsche Bundesbank vor kurzem eingeräumt, dass dies so nicht stimmt.

Tatsächlich vertritt auch die Bundesbank nunmehr die Position, dass die Banken bei der Kreditvergabe Geld „aus dem Nichts“ schaffen, sie also weder über vorherige Bankeinlagen, noch über Bargeld im Tresor, noch über vorherige Guthaben bei der Zentralbank verfügen müssen.

Geld als angeblich neutrales Tauschmittel

Warum sich die herrschende Lehre mit der Realität so schwertut, wird deutlich, wenn man sich genauer anschaut, wie sie generell Geld abhandelt. In der neoklassischen Theorie wird Geld faktisch erst im Nachhinein einem Modell hinzugefügt, das auf einem reinen Tauschhandel basiert, in dem also Produkte direkt gegen andere Produkte ausgetauscht werden (z.B. Äpfel gegen Schuhe).

Der Nachteil eines solchen reinen Tauschsystems ist unmittelbar einsichtig: Es ist extrem mühselig, [...]

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