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Eurozone | 08.12.2017

Italien: Eingeschnürt im Währungskorsett

Die Schwäche der Italienischen Wirtschaft ist ein Lehrstück verfehlter Makrosteuerung und Währungspolitik. Eine Replik auf Roland Pauli.

Roland Pauli gab zuletzt einen düsteren Ausblick für die Entwicklung der italienischen Volkswirtschaft. Mit seiner Analyse stimme ich größtenteils überein. Doch halte ich die Ursachenforschung bezüglich der relativ schwachen Produktivität als zentrales Symptom Italiens problematischer Lage für unzureichend. Die Analyse dieses ‚Rätsels‘ ist meiner Ansicht nach der Schlüssel zum Verstehen der italienischen und europäischen Misere.

Ein historischer Abriss

Pauli stellt fest, dass die schwache Produktivitätsdynamik nicht nur auf die Unterlegenheit im Außenhandel und die nachlassende Investitionstätigkeit zurückzuführen sei, da vergleichbare Volkswirtschaften wie Frankreich auch davon betroffen sind und dabei trotzdem höhere Produktivitätswachstumsraten aufweisen. Dagegen sei Italiens Industrie von großen strukturellen Nachteilen geplagt, welche sowohl preislich als auch innovativ negative Rückwirkungen auf das Angebot haben.

Über diese Punkte kann man im Einzelnen streiten. Ob die Firmen des verarbeitenden Gewerbes eine zu geringe Betriebsgröße für das Ausschöpfen von Skalenerträgen und für die Finanzierung einer adäquaten Forschung aufweisen, ist ein wissenschaftlicher Streitpunkt. Denn diese Mittelständler könnten im Gegenteil auch durch ihre regionale Verzahnung in Distrikten von informeller Forschung, besonderer Flexibilität und Anpassbarkeit ihrer Produktionsstrukturen im Wettbewerb profitieren. [...]

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