Kommentar | 19.12.2017 (editiert am 20.12.2017)

Ungleichheit und die Nebelwerfer des Neoliberalismus

Thomas Piketty und viele andere Forscher konstatieren mit guten empirischen Belegen, was offensichtlich ist. Die deutschen Leitmedien jedoch halten dagegen, weil ja nicht sein darf, was nicht sein soll. Einmal mehr entlarven sie sich selbst als Kanoniere des Neoliberalismus.

Wer Makroskop regelmäßig liest, kann selbst Dinge gut verstehen, die in der Zukunft passieren werden. Wenn Sie meine drei Stücke zu Ungleichheit und Kapitalismus im Jahr 2016 gelesen haben (hier das erste), dann konnten Sie unmittelbar vorhersehen, was die deutschen Gazetten schreiben würden, wenn jemand auf die zunehmende Ungleichheit hinweist.

Thomas Piketty hat das gerade getan. Er hat mit vielen anderen Forschern eine neue Studie über die Ungleichheit in der Welt und in vielen einzelnen Ländern vorgelegt (hier der Teil für Deutschland, man kann dort auch interaktiv viele Daten anschauen und zusammenstellen). Und siehe da, er bestätigt, was wir schon wussten: Die Ungleichheit nimmt zu bzw. die vorhandene – in den letzten Jahrzehnten entstandene – Ungleichheit wird nicht korrigiert.

Das gilt sowohl für die Einkommens- wie auch für die Vermögensungleichheit. Wie hätte es auch anders sein können: In den Lohnverhandlungen fallen die Arbeitnehmer immer noch weiter zurück, und die Staaten tun nichts, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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