Soziales | 18.12.2017

Wie Ungleichheit das BIP prägt und verdirbt

In einer ungleichen Gesellschaft werden beträchtliche Teile des BIP darauf verschwendet, die negativen Folgen dieser Ungleichheit zu bewältigen. Die Frage, ob Ungleichheit das BIP-Wachstum hemmt, wird damit so unerheblich wie das BIP selbst.

Die Diskussion um den Zusammenhang von Ungleichheit und BIP-Wachstum ist interessant. Doch ist sie auch relevant? Gemäß einer Publikation der OECD dämpft jeder zusätzliche Punkt auf der Gini-Skala das Niveau des BIP innerhalb von 5 Jahren um 0,8 %. Laut derselben Quelle ist der Gini in der EU zwischen 2005 und 2015 von 30,6 auf 31 gestiegen. Damit hat die zunehmende Ungleichheit das BIP um gerade mal 0,32 Prozent gesenkt.

Klar, das ist nicht nichts. Aber es ist unbedeutend im Vergleich zur Frage, wie Ungleichheit die Zusammensetzung des BIP beeinflusst. Über den Daumen gepeilt müssen ungleiche Länder wie Deutschland oder die USA mindestens 20 % ihres BIP aufwenden, nur um die negativen Folgen der Ungleichheit zu bewältigen.

Viele Ökonomen sind der Meinung, Ungleichheit sei deshalb nützlich, weil der Anblick der Reichen und Tüchtigen die Faulen und Armen dazu antreibt, mehr und härter zu arbeiten. Das sei dann letztlich für alle gut.

Das kann vorkommen, aber die Lebenserfahrung jenseits des Lehrbuchs zeigt, [...]

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