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Theorie | 08.01.2018 (editiert am 12.01.2018)

Arbeitszeitverkürzung und Arbeitslosigkeit – Die Replik zur Replik

Eine konsequente Debatte um die Arbeitszeitverkürzung scheint bitter nötig. Völlig zurecht weist Fritz Helmedag darauf hin, dass „während Hunderttausende bezahlte sowie nicht vergütete Überstunden verrichten, zugleich Millionen Menschen unfreiwillig mit Mini- oder Midijobs über die Runden kommen müssen.“

Dass hier eine Arbeitszeitverkürzung (AZV) womöglich wohlfahrtsfördernd wäre, ist in der Tat eine Diskussion, die richtig und wichtig ist. Ebenso korrekt ist die Feststellung, dass die Verhandlungsposition der Gewerkschaften zurzeit sehr schwach ist. Ob dies die Folge einer zu geringen Beschäftigung oder etwa einer säkulären Machtverschiebung am Arbeitsmarkt ist, sei dahingestellt.

Erneut formuliert Helmedag nun seine These, dass „[o]hne die planvolle Verringerung der zu absolvierenden Stunden pro Nase […] kein Weg zu einem hohen Beschäftigungsstand führen [wird]“. Richtigerweise hält er zudem fest, dass es für die Beurteilung der Scherentheorie, und damit seiner These, vonnöten ist, die Triebkräfte der relevanten Größen zu identifizieren.

Steuerungsgröße vs. Endogenität

Und damit sind wir schon bei der Identifikation der Triebkräfte von Helmedags diskretionärer Nachfrage. Helmedag wehrt sich gegen meine – für ihn unbegründete – Feststellung, dass sein Modell die diskretionäre Nachfrage als konstante Größe behandelt, da er etwa eine Änderung des Staatsdefizits explizit behandelt. Allerdings kämpft Helmedag hier gegen einen Strohmann. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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