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Ökologie | 19.01.2018 (editiert am 01.02.2018)

Das Automobil: eine technologische Sackgasse

Das Auto gilt heute weithin als Erfolgsgeschichte. Durchsetzen konnte es sich jedoch nicht wegen seiner Überzeugungskraft. Im Gegenteil: Energie-, Konstruktions- und Materialaufwand sind ein gigantischer Overkill.

In den Industrienationen ist es das dominierende Transportmittel und in den Schwellenländern ist das Auto dabei, dieses zu werden. Durchsetzen konnte es sich jedoch nicht wegen seiner Überzeugungskraft, sondern nur dank massiver Eingriffe in die bestehende Verkehrsorganisation. Dazu gehörten nicht nur der Bau eines autogerechten Straßennetzes aus öffentlichen Mitteln, den z. B. in Deutschland das NS-Regime unabhängig von einem erkennbaren Bedarf entscheidend, u.a. aus militärischen Gründen, vorantrieb, sondern auch die gezielte Schwächung und sogar Zerstörung der effizienten bestehenden Systeme des öffentlichen Verkehrs (Straßenbahnen). Letzteres fand in vielen Städten auf beiden Hälften des amerikanischen Kontinents statt.[1]

Die prinzipielle Schwäche des Automobils besteht im Personenverkehr (MIV) darin, dass es, um wenige Personen zu bewegen, eine große Masse an Material wiederholt gegen große Widerstandskräfte (Trägheit, Rollreibung und Luftwiderstand) beschleunigen und wieder abbremsen muss.[2] Bei den heute so beliebten SUVs beträgt sie 2-2,5 Tonnen und – der übergroßen Batterie geschuldet – auch bei den gehypten Elektromobilen wie beim Tesla Modell S ungefähr 2 Tonnen.

Der Energieaufwand für einen Personenkilometer beträgt bei der Bahn nur ein Fünftel dessen beim Auto. [...]

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