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Kommentar | 26.01.2018

Deutscher Leistungsbilanzüberschuss: Viel größer als offiziell ausgewiesen?

Statistische Ergebnisse sind bei weitem nicht so sicher, wie sie scheinen. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss könnte 2017 nach Zahlen, die von der Deutschen Bundesbank kommen, in realer Rechnung weit höher gewesen sein als vom Statistischen Bundesamt ausgewiesen – mit fatalen Konsequenzen für die Beurteilung der Rolle der Binnennachfrage beim Wachstum der deutschen Wirtschaft. Makroskop informiert exklusiv.

Das Statistische Bundesamt hat vor einigen Tagen die ersten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Das Amt betonte bei der Vorstellung der Ergebnisse, dass der Aufschwung der deutschen Wirtschaft (preisbereinigt +2,2%) nicht, wie viele Kritiker behaupten, in erster Linie vom Export getragen werde, sondern dass im vergangenen Jahr der Binnenmarkt, also Konsum und Investitionen, die wichtigsten Impulsgeber gewesen seien.  Zwar seien die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen um 4,7 % höher gewesen als im Vorjahr. Die Importe hätten jedoch im gleichen Zeitraum stärker zugelegt (+ 5,2 %). „Der resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, trug rein rechnerisch +0,2 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei.“ Das ist im Vergleich zum Gesamtwachstum nur ein kleiner Teil.

Wirft man parallel zu diesen Angaben einen Blick in die Statistik der Deutschen Bundesbank, kommen allerdings Zweifel auf. Die Bundesbank veröffentlicht nämlich ebenfalls Daten zum Außenhandel. [...]

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