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Digitalisierung | 16.01.2018 (editiert am 25.04.2018)

Zerstörung des ÖPV

Berlin und Stuttgart können als Musterbeispiel für die systematischen Versäumnisse und falschen Weichenstellungen der deutschen Verkehrspolitik gelten. Doch dort lassen sich auch Ansatzpunkte für Alternativen zeigen.

Die Abschaffung der Straßenbahn im Westteil Berlins in den 1960er Jahren war ein klassischer Schildbürgerstreich. Eine Dummheit, die sich der Ostteil zum Vorteil derer, die heute dort wohnen, ersparte. Dort kann man immer noch genießen, was in Städten wie Augsburg, Mannheim, Karlsruhe, Zürich und Basel seit über hundert Jahren – mit mehr oder weniger großen Einschränkungen – möglich ist: ebenerdig einzusteigen und sich mit Sicht auf die städtische Szenerie bewegen zu lassen – dank moderner Technik inzwischen sanft gleitend, ohne Ruckeln und Rattern.

Wenn der Hauptbahnhof zehn Jahre nach der Inbetriebnahme erst durch einen kleinen Wurmfortsatz des Ostberliner Trambahnnetzes erreicht wird, dann ist das die Selbstanzeige der Inkompetenz durch die Berliner Verkehrsplanung. Der Berliner Hauptbahnhof, ein dysfunktionaler Bau, der weder als Bahnhof, noch – was die Hauptintention seiner Erstellung gewesen sein mag – als Shopping-Mall funktioniert[1], steht immer noch weitgehend ohne komfortable Anbindung an den Nahverkehr da, was für den Hauptbahnhof einer Metropole jedoch essentiell wäre. In Auftrag gegeben wurde dieser Bau von einem Bahnvorstand, der mehrheitlich vom Bahnbetrieb nichts zu verstehen schien[2], [...]

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