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Theorie | 08.01.2018 (editiert am 15.01.2018)

Komplizierter als die Badewanne: Strom-und Bestandsgrößen in der Ökonomie

Auf Makroskop betonen wir häufig, wie wichtig es ist, Strom- und Bestandsgrößen voneinander zu unterscheiden. Wenn man beide Größen miteinander vergleicht, muss man Effekte wie Wechselkursschwankungen berücksichtigen. Denn die können gerade Entwicklungsländern zum Verhängnis werden.

Strom- und Bestandsgrößen

Fangen wir mit einem einfachen Beispiel an: Wenn ein Liter pro Minute in eine Badewanne fließt, so ist dieser eine Liter eine Stromgröße. Die Einheit dieser Größe wird über einen gewissen Zeitraum gemessen, in diesem Fall über eine Minute. Wenn wir uns anschauen, wie viel Wasser insgesamt in der Badewanne ist, sagen wir 200 Liter, so betrachten wir eine Bestandsgröße. Die 200 Liter werden zu einem gewissen Zeitpunkt betrachtet, und nicht über eine Zeitperiode hinweg wie bei der Stromgröße.

In diesem Fall ist es einleuchtend, dass wenn um 18 Uhr 200 Liter in der Badewanne sind, man 60 Minuten später 260 Liter haben wird (wenn sie nicht überläuft). Es gibt daher einen einfachen Zusammenhang zwischen den Bestands-und Flussgrößen. Oft ist das ziemlich ähnlich in der Ökonomie. Manchmal kann es aber auch etwas verwirrend werden. Das wollen wir uns nun etwas genauer anschauen.

Neuverschuldung und Gesamtverschuldung

Die Neuverschuldung Deutschlands zum Beispiel ist eine Stromgröße. [...]

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