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Soziales | 23.01.2018 (editiert am 24.01.2018)

Siemens – das böse Gute im guten Bösen

Siemens will in seinem Kraftwerksgeschäft 2.600 Stellen streichen, Produktionsstandorte wie Leipzig und Görlitz sollen verschwinden. Daneben gab das Unternehmen den bisher höchsten Gewinn der Firmengeschichte bekannt. Es könnte auch anders gehen.

Mit der Ankündigung steht die Siemens AG in einer prominenten Reihe mit deutschen Großunternehmen, die in den letzten Jahren einen Rekordgewinn und massiven Stellenabbau im gleichen Atemzug verkündet haben – darunter die Telekom, die Deutsche Bank, Novartis, die Allianz, Wüstenrot & Württembergische, Ergo und Continental.

Im Falle Siemens ist die Geschichte aber sensibler. Der Konzern sorgte 2006 für den größten Korruptionsskandal der deutschen Nachkriegs-Geschichte und hat seitdem »Compliance« mit viel öffentlichem Getöse zur Chefsache gemacht. Compliance klingt aus dem Mund von Managern und Betriebswirten zwar verheißungsvoll, bedeutet aber eigentlich nur, dass man sich fortan an die geltenden Gesetze halten möchte.

Dass es dafür tatsächlich einen eigenen Begriff im Management-Jargon gibt, ist insofern berechtigt, weil es eben keine Selbstverständlichkeit ist, dass sich Unternehmen an Gesetze halten. Die deutschen Autobauer, allen voran der VW-Konzern, haben dies zuletzt wieder eindrücklich gezeigt. Siemens stand seit Bekanntwerden des Korruptionsskandals im Jahre 2006 unter besonderer öffentlicher Beobachtung und gebarte sich ebenso einsichtig wie reumütig. Man gelobte Besserung.

Gesellschaftliche Verantwortung? [...]

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