Finanzsystem | 30.01.2018

Vollgeld-Initianten auf dem Nebengleis

Die Vollgeld-Initiative ist eine komplexe Materie, die wohl die allermeisten Stimmbürger überfordert. Deshalb versuchen es die Initianten mit Banken-Bashing und der steilen These, das geltende Kreditsystem sei verfassungswidrig.

Das Stimmvolk muss dieses Jahr entscheiden, ob die Schweiz als erstes Land ein Vollgeld-System einführen soll. Praktisch heißt das, dass alle Spareinlagen und Girokonten der Banken von der Nationalbank garantiert bzw. übernommen werden.  Ein solches System wird unter Geldtheoretikern immer wieder mal diskutiert. Dem normalen Stimmbürger sind deren Feinheiten aber kaum zu vermitteln.

Deshalb versuchen die Initianten, die Diskussion auf eine andere Ebene zu verschieben. Sie diffamieren das gewohnte Kreditsystem als verfassungswidrige „private Geldschöpfung“ oder als „Geldschöpfungprivileg der Privatbanken“. Das Volk sei systematisch hinters Licht geführt worden.

Auf der Homepage der Initianten heißt es dazu:

„Die Vollgeld-Initiative will genau das, wovon viele denken, dass es schon so ist, nämlich: Allein die Nationalbank stellt künftig unser Geld her, auch das elektronische Geld. Das entspricht der ursprünglichen Intention der Bundesverfassung (ab 1891 Art. 36, heute Art. 99: ‚Das Geld- und Währungswesen ist Sache des Bundes‘).“

Und weiter:

„Die meisten Leute glauben, die Guthaben auf einem Bankkonto seien echtes Geld.

[...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden