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Eurozone | 18.02.2018 (editiert am 27.02.2018)

Bloß kein „Mezzogiorno“!

Sind Lohnanpassungen oder Investitionen die richtige Strategie für Europa? Um eine reine Transferökonomie zu vermeiden, helfen nur Lohnanpassungen und Investitionen!

„Mit Lohnanpassungen allein können die Ungleichgewichte nicht mehr innerhalb vernünftiger Fristen überwunden werden.“ Gustav Horn[1]

Gustav Horn ist zuzustimmen. Weder die Größenordnung (bis zu 5 Prozent nominale Lohnsteigerung jährlich) noch der erforderliche Zeitraum (10 Jahre) der dringend notwendigen Anpassung ist machbar. Allerdings stellt sich dann die umgekehrte Frage: Ist eine Investitionsstrategie in der angedachten Größenordnung geeignet, um Handelsbilanzdifferenzen in der EU abzubauen oder wenigstens zunächst ihren weiteren Anstieg zu verhindern?

„Es muss deutlich werden, dass eine Währungsunion mit unterschiedlich leistungsstarken Volkswirtschaften auf Dauer nicht ohne finanzielle Ausgleichsmechanismen überleben kann und dass ein solcher Ausgleich am Ende allen Europäern dient.“ Peter Bofinger[2]

Investitionen versus Lohnanpassungen?

Welche Rolle können Transfersysteme spielen? Zunächst muss man unterscheiden zwischen transferfinanzierten Investitionen und konsumtiven Transfers, also etwa die Finanzierung von Sozialtransfers und konsumtiven Staatsausgaben durch europäische Transfersysteme. Dabei handelt es sich bislang vor allem um die Ausgleichzahlungen für die Landwirtschaft. Die EU-Fördertöpfe sind teilweise konsumtiv, teilweise investiv. Die derzeit diskutierte europäische Arbeitslosenversicherung wäre ein Einstieg in einen europäischen Sozialtransfer. [...]

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