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Soziales | 09.02.2018

Carillion – Der öffentliche Dienst als Geschäft des Syndikats

Die Geschehnisse um das britische Bauunternehmen Carillion nehmen desaströse Ausmaße an. Sie sind Teil eines größeren Hintergrunds fast unergründlicher Zusammenbrüche.

Fast zehn Jahre sind nun seit dem Untergang von Lehman Brothers vergangen. Mit Lehman stand das internationale Bankensystem kurz vor dem Zusammenbruch, Regierungen mussten einspringen, um die Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren. Dabei wurde deutlich, dass die Erzählung, wonach Privatunternehmen viel effizienter seien als der „Molochstaat“, nichts als reine Ideologie ist.

Ein Jahrzehnt später wird dieser Glaubensansatz immer noch standhaft als Tatsache verkauft. Die Austerität, eine wirtschaftliche Monstrosität ohnegleichen, wurde durch ihn gerechtfertigt: Investitionen des Privatsektors würden durch den ineffizienten öffentlichen Sektor „verdrängt“. Länder solle man am besten wie private Unternehmen führen.

Die Ergebnisse dieser Politik sind inzwischen offensichtlich. Am niederschmetterndsten dürfte der Befund Danny Blanchflowers von der Bank of England sein. Laut Blanchflower führten die Austeritätsmaßnahmen zur schwerwiegendsten Absenkung des Lebensstandards seit den napoleonischen Kriegen. Der durchschnittliche Arbeiter verdient heute weniger als vor einem Jahrzehnt. Die Korrelation zwischen wachsendem BIP und steigenden Löhnen   ist aufgelöst – laut dem Institut für Public Policy Research das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnung dieser Daten. London rühmt sich mit mehr Milliardären als jede andere Stadt der Welt, [...]

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