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Kommentar | 09.02.2018

Die „moderne Arbeitswelt“ wird Realität

Ein „Meilenstein zur modernen, selbstbestimmten Arbeitswelt“, so lobt die IG Metall ihren Tarifabschluss. Orwellscher Neusprech oder Realität?

Die IG Metall hat völlig zu Recht die zunehmenden Belastungen der Beschäftigungen in ihrer Branche beklagt, die es immer schwerer macht, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Als Ausgleich forderten sie daher in den inzwischen abgeschlossenen Tarifverhandlungen neben einer Lohnerhöhung von 6% auch, dass den Beschäftigen eine Option eingeräumt wird, ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von zwei Jahren befristet auf 28 Stunden reduzieren zu können.

Ob und inwieweit eine solche Option tatsächlich die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten zu verbessern vermag, sei zu zunächst einmal dahingestellt. Aber sicherlich handelt es sich bei dieser Forderung um eine spezielle Form der Arbeitszeitverkürzung (AZV).

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Für die Unterstützer einer generellen Arbeitszeitverkürzung war die Forderung Wasser auf ihre Mühlen. Sie haben es sich daher auch nicht nehmen lassen, in der Frankfurter Rundschau einen Aufruf zu veröffentlichen, in dem sie für die Unterstützung der „IG Metall-Initiative für die 28-Stunden-Woche“ werben. Es handele sich dabei um einen Schritt in die richtige Richtung.

Da im Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg den Beschäftigten diese Option eingeräumt wurde, [...]

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