Bild: Hans-Werner Sinn, CC SA 1.0,
Theorie | 16.02.2018 (editiert am 22.02.2018)

„Netzwerke des Marktes“

Der Einfluss des marktfundamentalen Denkens auf Politik und öffentliche Debatten: eine Neuinterpretation der Geschichte des Ordoliberalismus.

Die Weltfinanzkrise 2008 hat die Ökonomik in Kritik gebracht, vor allem jene, die mit dem Beiwort „neoliberal“ bedacht wird. Colin Crouch sprach vom „Befremdlichen Überleben des Neoliberalismus“ (Crouch 2011), der als „ideologiefreie Ideologie“, als „Untoter“ weiter lebt (Mirowski 2015) und schrittweise „die Demokratie zerstört“ (Brown 2015). Hier gilt der Neoliberalismus als hegemoniale Denkform: Seine Macht beruht auf dem Zusammenwirken von ökonomischem Wissen mit polit-ökonomischen Machtstrukturen, sie manifestiert sich gleichermaßen in wirtschaftspolitischen Entscheidungen und in individuellen Handlungen.

Was ist Neoliberalismus? Was ist Ordoliberalismus?

In diesem Verständnis erscheint der Neoliberalismus als Sammelbegriff heterogener gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Trends in ökonomisierten Gesellschaften. Die Vertreter unterschiedlicher Varianten neoliberalen Denkens können ein derart unbestimmtes Gebilde genüsslich als inhaltsleeren Kampfbegriff desavouieren.

So fällt es prominenten Ordoliberalen wie Lars Feld leicht, den deutschen Neoliberalismus als harmlose, weil auf staatliche Ordnungsrahmen pochende Variante vom unregulierten, amerikanischen Finanzkapitalismus abzugrenzen und auf die Bedeutung des ordoliberalen Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft für das deutsche „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit zu verweisen.

Demgegenüber ist es aufschlussreich, [...]

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