Bild: istock.com/wildpixel
Genial daneben | 28.03.2018

Der Sachverständigenrat zum Handelsstreit

Der Sachverständigenrat blamiert sich mit einem Pamphlet zum Freihandel. Erneut versagt dieses Gremium vor seiner Aufgabe der Politikberatung, weil es mit Gewalt selbst Politik statt Wissenschaft betreiben will.

Auch wer definitionsgemäß weise ist, kann dumm sein. Das beweist einmal mehr der sogenannte Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In einem Artikel in der FAZ (hier) plädieren die fünf Mitglieder dieses Gremiums (inklusive Peter Bofinger diesmal!) für den Freihandel, weil der doch die entscheidende Quelle des weltweiten Wohlstandes sei.

Dass dieses Gremium aus in der Wolle gefärbten Neoliberalen besteht, die gerne das Nachdenken und die kritische Reflexion hintanstellen, wenn es darum geht, ihr Dogma zu verteidigen, das wussten wir schon. Dass sie nicht einmal die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung beherrschen, die eigentlich die Basis ihrer gesamten Arbeit sein soll, ist neu.

Nullsummenlogik

Zunächst wird das älteste und unsinnigste aller Argumente gegen die Kritik an den deutschen Überschüssen (die „natürlich“ in dem Papier überhaupt nicht auftauchen!) aus dem Keller hervorgeholt:

 „Darüber hinaus sollte die EU die Vorteile eines ungehinderten internationalen Austauschs von Waren und Dienstleistungen offensiv kommunizieren, um auf die Diskussion in den Vereinigten Staaten und andernorts einzuwirken.

[...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden