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Konjunktur | 21.03.2018 (editiert am 26.03.2018)

Die deutsche und europäische Konjunktur zu Beginn des Jahres 2018 – 2

Zu Beginn dieses Jahres hat auch die europäische Konjunktur einen Rückschlag erlebt. Die Industrieproduktion gab in vielen Ländern nach. Das zeigt, dass in Europa von einem sich selbst tragenden Aufschwung noch nicht die Rede sein kann.

Die Produktion in der europäischen Industrie ist im Januar gesunken (Abbildung 1). Insbesondere Frankreich hat einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen, aber auch in Italien ging es bergab. Nur Deutschland konnte das Niveau vom Dezember halten.

Da das europäische Amt für Statistik (Eurostat) das Basisjahr für alle diese Indexreihen von 2010 auf 2015 geändert hat, sehen unsere Abbildungen anders aus als zuvor. Insbesondere muss man sich daran gewöhnen, dass die erfolgreichen Länder nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen sind, sondern zu beachten ist, dass die im Sinne der Wachstumsdynamik erfolgreichen Länder aus der „Tiefe“ kommen, also auf der linken Seite der Graphik unter den weniger erfolgreichen liegen. Um zu einem angemessenen Vergleich zu kommen, ist es mehr denn je notwendig, die Niveaus der Jahre um 2011 und heute anzuschauen.

Abbildung 1

In Südeuropa gab es ein gemischtes Bild (Abbildung 2). In Spanien sank die Produktion wieder, in Portugal stieg sie, Griechenland hielt in etwa das erreichte Niveau. Spanien ist immer noch nicht deutlich über das Niveau von 2011 hinausgekommen.

Abbildung 2

In den mittelgroßen nördlichen Ländern ging es tendenziell abwärts (Abbildung 3). Insbesondere die Niederland fielen im Januar massiv zurück. Die Produktion in dem Land liegt immer noch weit unter dem Niveau von 2010 und 2011.

Abbildung 3

In Nordeuropa konnten Schweden und Finnland weiter Zuwächse verbuchen (Abbildung 4). Doch auch hier darf man sich von der neuen Indexbasis nicht täuschen lassen. Finnland produziert jetzt gerade wieder auf dem Niveau von 2011, während Dänemark trotz jüngster Rückgänge weit darüber liegt.

Abbildung 4

Im Baltikum hat sich die seit einem Jahr klar erkennbare Belebung zu Beginn von 2018 nicht durchgängig fortgesetzt (Abbildung 5). Nur in Estland ging es weiter aufwärts, Lettland stagniert nun aber schon einige Monate.

Abbildung 5

Durchwachsen ist die konjunkturelle Entwicklung auch in anderen ost- und mitteleuropäischen Staaten (Abbildungen 6 und 7). Slowenien ist das einzige Land, wo es wirklich einen kräftigen Aufschwung gibt. In den übrigen Staaten ist die industrielle Entwicklung in den letzten Monaten verhalten.  Auch in Rumänien, wo die Produktion bis zur Jahreswende kräftig zugelegt hatte, gab es im Januar einen Rückgang. Kroatien und Bulgarien stagnieren nun schon wieder einige Monate. Auch in Polen und Ungarn geht es nicht klar aufwärts.

Abbildung 6
Abbildung 7

Lesen Sie im dritten Teil, wie sich die übrigen Indikatoren entwickelt haben und was das für eine angemessene Wirtschaftspolitik für Europa bedeuten müsste.

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