Bild: istock.com/QQ7
EU | 13.03.2018 (editiert am 14.03.2018)

Europäische Ungleichgewichte und die City of London

Das Beispiel des Vereinigten Königreiches zeigt: Machtinteressen und institutionelle Strukturen stehen einer ausgewogeneren wirtschaftlichen Entwicklung im Wege.

Wie die deutsche Handelspolitik in Europa auf erschreckende Weise dem merkantilistischen Ideal aus dem 17. Jahrhundert entspricht, habe ich bereits auf Makroskop dargelegt. Dass Freihandel so nicht funktionieren kann, hat auch kürzlich Heiner Flassbeck erläutert.

In meiner Analyse der deutschen Handelsdaten wird eine Grafik verwendet, die auch die bilaterale Handelsbilanz Deutschlands gegenüber Großbritannien zeigt, obwohl Großbritannien nicht Teil der Währungsunion ist. Ein Leser stellte die berechtigte Frage, wie es sein könne, dass Großbritannien ein derart großes Handelsbilanzdefizit mit Deutschland aufweist und dennoch seine Währung nicht abwertet.

Die Folgen der doppelten Unterbewertung

Deutschland erzielt gegenüber fast sämtlichen Handelspartnern innerhalb Europas Überschüsse, egal ob diese jeweils Teil des Euro waren oder nicht. Selbstverständlich spielt für Deutschland der Euro dabei die wesentliche Rolle, da es ohne den Schutz der Gemeinschaftswährung unmöglich wäre, einen solch perfektionierten Merkantilismus zu betreiben. Verstärkt wurde Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Rest der Welt zudem durch die expansive Geldpolitik der EZB, die den Euro insgesamt schwächer werden ließ. Es kam somit zu einer doppelten Unterbewertung, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden