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Arbeit | 23.03.2018 (editiert am 29.03.2018)

Globaler Standortwettbewerb statt Marktwirtschaft

Vor 50 Jahren lebten wir noch im Selbstverständnis einer Marktwirtschaft, die technologischen Fortschritt nicht nur beschleunigt, sondern in Wohlstand für alle umwandelt. Heute fehlt dem globalen Standortwettbewerb alles, was die Marktwirtschaft einst zu Erfolgsmodell gemacht hat.

In der Theorie und unter den passenden Rahmenbedingungen ist die Marktwirtschaft eine gute Sache. Leider haben sich die Ökonomen zu wenig darum gekümmert, welches denn diese Rahmenbedingungen sind. Deswegen ist ihnen auch noch nicht aufgefallen, dass uns diese in den letzten Jahrzehnten immer mehr abhanden gekommen sind.

In der Theorie schafft der Markt deshalb Wohlstand für alle, weil der Preiswettbewerb die Firmen zwingt, Konsumgüter und Dienstleistungen mit einem möglichst geringen Verbrauch der Produktionsfaktoren Arbeit,  Kapital und Boden herzustellen. Es gibt also eine klare Trennung zwischen Kosten und Ertrag, bzw. zwischen einerseits den Produktionsfaktoren und andererseits den Konsumgütern und Dienstleistungen. Doch diesen Unterschied gibt es seit etlicher Zeit nicht mehr: Der Produktionsfaktor Arbeit hat sein Vorzeichen gewechselt. Er ist von einem Produktionsfaktor, für den man zahlen muss, zu einem Konsumgut geworden, das man verkaufen kann.

Moderne Unternehmen stellen zwar immer noch Autos, Fernseher oder immer mehr auch Finanzprodukte her, doch das interessiert eigentlich niemanden mehr. Davon gibt es eh genug. [...]

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