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Weltwirtschaft | 29.03.2018

Globalisierung intelligent nutzen

Eine kapitalistische Weltwirtschaft ist nur möglich, wenn die Masse der Arbeiter im Süden von Armut befreit wird und Verhandlungsmacht gewinnt. Auch die Lohnabhängigen im Westen würden profitieren. Über das Geleitszugmodell der Globalisierung.

Aufgrund niedriger Löhne klafft zwischen den Produktions- und Konsummöglichkeiten des Südens eine große Lücke. Statt sich einem globalen Lohnunterbietungswettbewerb auszusetzen, könnten die westlichen Industrieländer mit eigenen Reallohnsteigungen reagieren, da diese nicht entscheidend für ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit sind (siehe Teil 5 und 6). In Folge der Reallohnsteigerungen wäre eine Erweiterung der eigenen Binnenmärkte und eine Spezialisierung auf neue Produkte möglich. Wie schon in den sechziger und siebziger Jahren, könnten veraltete Produkte – entsprechend den Theorien über Polarisierung in der Weltarbeitsteilung – in den Rest der Welt ausgelagert werden.

Allerdings stößt eine solche Anpassung auf zwei wesentliche Hindernisse.

Auslagerungsprozesse, Produktivität und Nachfrage

Erstens die konjunkturelle Lage: Die umfangreichen Auslagerungsprozesse erfolgen in einer Phase langsamen Wachstums, so dass die Arbeiter an Verhandlungsmacht einbüßen. Wenn bisher von teuren Arbeitskräften hergestellte Produkte mit billiger Arbeit im Ausland hergestellt und dann importiert werden, verbessern sich die Terms of Trade zwischen der im Industrieland verbleibenden Wirtschaft und der ausgelagerten Branche.

Wenn die Reallöhne mit der nun steigenden Produktivität zuzüglich der Verbesserung der Terms of Trade zulegen, [...]

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