Theorie | 08.03.2018 (editiert am 14.03.2018)

Kapitalismus und Ketchup – 4

Das Forschungsprogramm der VoC ruht auf einem rationalistisch-funktionalistischen Fundament und der damit verbundene Sprachgebrauch suggeriert die Befolgung höchster wissenschaftlicher Standards. Es begegnet jedoch Einwänden, die die Frage aufwerfen, ob die Suchregeln des VoC nicht systematisch in die Irre führen.

Im letzen Teil dieser Artikelserie habe ich beschrieben, auf welchen Grundpfeilern das VoC-Paradigma gebaut ist. Ihre Analysen politökonomischer Sachverhalte beruhen auf einem (1) über Entscheidungen definierten Handlungsbegriff, (2) Institutionen werden als Nash-Gleichgewichte bestimmt und (3) wird angenommen, die Funktionsweise einer Marktwirtschaft werde durch die Neue Keynesianische Makroökonomik prinzipiell korrekt beschrieben.

In diesem Artikel will ich diese Grundpfeiler auf ihre Tragfähigkeit hin untersuchen.

Der rationale Entscheider

Eine Erklärung sozialer Sachverhalte mit Bezug auf die Entscheidungen der involvierten Handlungssubjekte, erfordert den Nachweis, dass Handlungen tatsächlich so etwas wie eine Berechnung des Erwartungswert des Nutzen vorausgeht. G.L.S Shackle meint, dass diese Annahme in sozial relevanten Kontexten nicht zu rechtfertigen ist:

„In general, in life at large, in history, business, politics, diplomacy and public affairs, where can any list be found, of detailed answers giving all relevant particulars? There is no source of such list, except what the exception former can conceive in his own mind.

[...]

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