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Weltwirtschaft | 22.03.2018 (editiert am 29.03.2018)

Neue weltpolitische Solidaritäten

Die Lohnzurückhaltung im Westen ist unter den Bedingungen abwertungsgetriebener Industrialisierung und der neuen Wettbewerbsfähigkeit des Südens keine Lösung. Für eine sozial verträgliche Globalisierung bedarf es des Dialogs und neuer Strategien.

Selten sei ein Projekt an fehlenden finanziellen Mitteln gescheitert, konstatierte 1972 der indische Ökonom Amiya Kumar Bagchi.[1] In der Tat ist es das bestimmende Strukturmerkmal unterentwickelter Wirtschaften, dass gleichzeitig einen Überschuss an Arbeitskräften und an Finanzmitteln existiert.

Die Ursache dieses Arbeitskräfteüberschusses liegt in der niedrigen Grenzproduktivität in der Landwirtschaft: Je mehr die Bevölkerung wächst, desto weniger Land ist pro Bauer oder Farmarbeiter verfügbar – womit das Produktionsergebnis pro geleisteter Arbeitsstunde sinkt. Die Bedeutung der Nahrungsmittelproduktion ist bei niedrigen Masseneinkommen hoch. Jedoch produziert ein erheblicher Teil der Bevölkerung weniger, als er zum Überleben benötigt. Ich nenne diese Bevölkerung marginal, an der Grenze zum Verhungern vegetierend.

Die Bevölkerung mit einem Grenzprodukt unterhalb des Subsistenzniveaus kann nicht schnell genug in andere Wirtschaftssektoren aufgenommen werden.[2] Dadurch kann das Realeinkommen breiter Bevölkerungsschichten über lange Phasen eines beginnenden Wachstumsprozesses nicht über den Mechanismus der Verknappung von Arbeit steigen, sondern nur über politischen Widerstand. Während des Übergangs zum Kapitalismus ist politischer Widerstand aber nur schwer zu organisieren, [...]

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